Jean Maurice    * 11.12.2004


Tagebuch




7 Dez.       Ich wurde stationär in Bonn aufgenommen, da unser Anfahrtweg unter Wehen (160 Km) zu lang ist. 
9.Dez. Wehenbelastungstest um 6:30.
Da wir erst gestern davon erfahren haben, muß Sascha
von Werne aus bis hierher fahren, es könnte ja sein dass die Geburt durch den
Wehentropf ausgelöst wird. Zu allem Übel haben wir uns beide auch noch eine
Magen-Darm-Grippe eingefangen.

Die vorherige Untersuchung ergibt einen "unreifen" Befund.
Laut der Ärztin wird Jean auf sich warten lassen.
Zitat:" Sie werden wohl sicher übertragen!"..........
Der Test verlief soweit gut, Jean hat die Wehen gut "vertragen"
10 Dez.       Wenn mein Gefühl mich nicht täuscht, möchte Jean nun auf die Welt kommen.
(sollte ich nicht laut den Ärzten übertragen?!?)

18:00 CTG ich habe Wehen !!!  Zum Glück ist Sascha heute in Bonn!!!

21:00 Blasensprung
11 Dez.       0:03 JEAN IST DA !!!!!!!!

2.740 g 46.5 cm


Erste Untersuchungen ergeben dass Jean den Start ins Leben erstaunlich gut
meistert.
Er bekommt Medikamente die den Ductus offen halten,
was für ihn das überleben ermöglicht.

8:00 Jean geht es nicht so gut, seine Sauerstoff-Sättigung ist sehr niedrig (60%)
Die Ärzte auf der NIPS Raten uns, auch im
Hinblick auf die risikoreiche OP, Jean nottaufen zu lassen.
Jean bekommt eine Magensonde gelegt.

13:00 Nottaufe
12 Dez.       Jean atmet selbständig sein Zustand ist wieder stabil.
Wir dürfen ihn wickeln und pflegen. Endlich können wir auch etwas für Jean tun.
Diese hilflosihkeit ist kaum auszuhalten.
13 Dez.       Jean hatte Blut im Stuhl. Er bekommt keine Milch (ich pumpe seit der Geburt ab)
bis die Ursache der Blutungen feststeht.
Die OP ist für Mittwoch geplant.
14 Dez.       Wir genießen die Zeit mit Jean, bevor er heute für die OP vorbereitet wird.
Er bekommt neue Zugänge und wird beatmet.
Abends zünden wir in der kleinen Kapelle auf dem Klinikgelände eine Kerze an,
das gibt uns Kraft.
15 Dez.       7:00 Herzoperation

Sascha konnte dank der netten Schwestern auf der Station übernachten.
Wir sind beide vor OP-Beginn wach um in Gedanken ganz bei Jean zu sein.
Von meinem Zimmer aus kann ich das Fenster der NIPS sehen, hinter dem Jean
nun für den Transport zur Chirurgie vorbereitet wird.
So hilflos haben wir uns noch nie gefühlt.
Sascha und ich sprechen kaum ein Wort, die Zeit scheint stillzustehen.


ca. 12:00 Anruf des Chirurgen- Sascha stürmt zum Telefon.

Die OP war erfolgreich!!!!

Wir sind überglücklich! In drei Stunden können wir zu Jean.

Jean hat viele Zugänge, Drainagen und einen Herzschrittmacher zur Sicherheit.
Durch die OP hat er sehr viel Wasser eingelagert.
Es ist zwar kein schöner Anblick sein Baby so zu sehen...
aber wir sind einfach glücklich dass die erste Hürde geschafft ist.
Nun heißt es ca. 8 Tage warten und hoffen, erst dann können die Ärzte uns näheres
sagen.
16 Dez.       Jean wird auf die Kinderintensiv-Station verlegt.





Auf der Intensiv-Station erlebten wir einfach zu viel, als dass ich darüber im Detail berichten könnte.

Täglich saßen wir so lange wir durften an Jeans Bettchen und hielten seine Hand oder streichelten seinen Kopf-
mehr Stellen waren aufgrund der Verbände, Drainage und Zugänge nicht erreichbar für uns.
Bei jedem "Alarm" stockte uns der Atem. Wir konnten zu der Zeit noch keinen Fehlalarm von einem "Echten" unterscheiden.

Wir übernachteten auf dem Klinikgelände in einem Elternhaus.
Unser "Großer" wurde in diesen Wochen von meiner Mutter betreut.

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal ganz herzlich bedanken!!! Danke Mama!!!

Jeden Morgen, auf dem Weg zur Int.Station hofften wir dass es Jean gut geht und das über Nacht keine Komlikationen aufgetreten sind.

Jeder Tag brachte Höhen und Tiefen. Oft wurden wir aus dem Zimmer geschickt, da die Ärzte Inntensiv- Maßnahmen ergreifen mußten (mit Jean lagen noch drei Babys auf dem Zimmer).
Aufgrund der Operation durfte Jean keine Muttermilch mehr ( Pleuraerguss rechts und links-
es wurde am 21.Dez. eine neue Drainage gelegt- die erste wurde am 17. bereits entfernt),  Jean wurde mir einer Fettfreien Nahrung BasicF ernährt.

Am 25. Dezember wurde der Tubus gezogen, am 28. wurde die Drainage entfernt und am 29. Dezember wurden die Herzschrittmacher- Kabel gezogen.

Am 30. Dezember wurde Jean auf die Kardiologische Normalstation verlegt.

An Silvester durfte ich Jean zum ersten mal Stillen!!!
Zuerst trank er noch nichts aber beim zweiten Versuch trank er bereits 30 ml.

Die Magensonde wude in der Nacht zum 2. Januar gezogen!!! Jean trank nun bereits 55-60ml an der Brust.

Justin sah seinen kleinen Bruder an Silverster zum ersten Mal. Er war ganz stolz und hat sich unheimlich gefreut endlich seinen kleinen Bruder kennen zu lernen.

Am 6. Januar wurden wir nach Hause entlassen!!!!!!!!!!!!!!!!
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